Für Migranten

(Gefördert durch die Stiftung Deutsches Hilfswerk)

Stop – Stalking für Menschen mit Migrationshintergrund

Seit dem 31.03.2007 ist das sog. Nachstellungsgesetz, der § 238 StGB vom Gesetzgeber verabschiedet worden. Damit ist Stalking unter Strafe gestellt worden.

Seit April 2008 hat die Beratungsstelle Stop-Stalking ein flankierendes Beratungsangebot für Menschen, die stalken, entwickelt, das sich im Rahmen täterorientierter Beratungsarbeit auch als Opferschutz versteht.

Wir arbeiten vorrangig im Berliner Raum, stehen aber nach Möglichkeit auch für telefonische Beratung und Anfragen per Email von auswärts zur Verfügung.

In weiten Teilen der deutschen Bevölkerung ist der Begriff Stalking in der Zwischenzeit hinlänglich bekannt, auch wenn es  immer wieder zu Unsicherheiten und Unklarheiten kommt, ab wann ein Verhalten als Stalking zu bezeichnen ist.

Die Einordnung erlittener Übergriffe als „Stalking“ kann für die betroffenen Personen eine erste Entlastung darstellen. Auch die Personen, die stalken, sind sich oft nicht im Klaren, dass ihr Tun unter Stalking gefasst wird und damit strafbar ist.

Aus unserer bisherigen Erfahrungen ist der Begriff des Stalking in verschiedenen nicht-deutschen Kulturen teilweise gänzlich unbekannt, so dass darüber nicht geredet wird und auch das Stalkingverhalten nicht problematisiert werden kann.

Laut polizeilicher Kriminalstatistik von 2008 hatten von den 1495 Tatverdächtigen, gegen die in Berlin wg. Stalking ermittelt wurde, 23% keine deutsche Staatsbürgerschaft, d.h. der Gesamtanteil der Menschen mit Migrationshintergrund dürfte noch wesentlich höher liegen!

Um auf diesen Sachverhalt zu reagieren und die kulturellen Besonderheiten der Beratung mit Menschen mit Migrationshintergrund zu berücksichtigen, haben wir seit dem 1.02.2009 die Beratung für Stalker mit Migrationshintergrund  eingerichtet.

Hierfür stehen auf die Dauer von zwei Jahren eine ½ Sozialarbeiterstelle und Honorarmittel für Beratungen, Öffentlichkeits– und Vernetzungsarbeit und Dolmetscherdienste aus Stiftungsmitteln der ARD-Fernsehlotterie (Stiftung Deutsches Hilfswerk) zur Verfügung.

Unser vorrangiges Anliegen ist die Zusammenarbeit mit den Vertretern und Verbänden der Migrantengruppen, um zu einem Informationsaustausch zu kommen und für das Thema zu sensibilisieren, damit auch die Bevölkerung mit Migrationshintergrund erreicht  wird und Stalker aufgeklärt und beraten werden können.

Ein Anfang ist gemacht, indem wir unseren Flyer als erstes Informationsangebot in englischer, türkischer, arabischer und polnischer Sprache auf unserer Webseite zum Download gestellt haben. Seit kurzem steht auch ein Flyer  in der russischen Version zum
downloaden zur Verfügung. Wo wir selbst keine muttersprachliche Beratung anbieten können,  steht als Sprach- und Kulturmittler der Gemeindedolmetschdienst bereit.